Die Supercars Rallye war ein voller Erfolg, vor allem finanziell für den Veranstalter Ladage Media. Viele der Fahrer kamen nicht wirklich auf ihre Kosten, aber von Anfang an:

Vorspann

Die Rallye fand am 9.Juli 2016 statt. Marius, der Hobby-Alkoholiker hat uns angefixt, er war bereits die letzten 2 Jahre dabei und fand die Veranstaltung richtig gut. Dies hing auch mit dem Preis zusammen. Damals war es vergleichsweise noch ziemlich günstig, somit waren die Erwartungen auch nicht so hoch wie diesmal, denn die Preise für die Tickets für ein Auto(Fahrer inkl. Beifahrer) lagen größtenteils bei bis zu 1000 Euro.
Der Veranstalter hat jeden Teilnehmer angerufen und erzählt wie das Ganze ablaufen wird, welche Stationen man anfährt, was alles für Events geplant sind, etc. Es klangt zu gut um wahr zu sein.
Autos mit mind. 300 PS, bis zu 1000 (ausschließlich) Supercars, sehr seltene Fahrzeuge, Zeitfahren, diverse Team-Challenges, eine Teilnahme in einer „Alarm für Cobra 11“ – Folge, Promis aus Autosendungen wie Sid Hoffmann oder Det Müller und eine große Party am Schluss inkl. Teamwertung und Preisverleihung. Hier sollte jedes Fahrzeug des Gewinnerteams eine hochwertige Uhr bekommen. Ende des Jahres sollte jeder auch sein eigenes Weihnachtsgeschenk erhalten inkl. Kalender und DVDs der Rallye und der Aufnahmen des eigenen Fahrzeugs.

Ich habe meine leicht untermotorisierte Z06 leicht pimpen lassen, damit die Konkurrenz mich nicht zu sehr deklassiert. Speziell der Kennzeichenhalter war ein MUSS um für Abschreckung zu sorgen.

Los gehts

Wenige Tage vor der Rallye kamen die Aufkleber und das Roadbook. Und somit ging der Roadtrip einen Tag vorher Richtung Bad Salzuflen los mit folgender Crew:

Ein vorlauter Ami, ein vornehmer Engländer, ein deutscher Pampersbomber und ein Italiener der von Aufklebern zusammengehalten wurde.
Die Vette und der Jag haben wieder einmal überrascht. Verbrauch lag bei beiden bei ca. 9l/100km. Wir reden von einem 7.0L Rennmotor und einem 5.0L Kompressor. Und wir waren nicht langsam. Der Lambo hat auch überrascht, der hat 3x Mal vom Bodensee bis nach Bad Salzuflen getankt. Es passt einfach zu wenig in den 80L Tank.
Abends gabs noch eine Katzenwäsche für die Autos, die Waschstrasse war bereits voll mit Supercars. Da war die Vorfreude auf den nächsten Tag dann doch richtig groß. Speziell nach dem Spaziergang durch die Tiefgarage.

Am Rallye-Tag ging es bereits sehr früh los, alle Teilnehmer sollten sich bis 8:00 am Startgelände eintreffen. Verständlich, denn es sollten dann tatsächlich 509 Teilnehmer starten und bis ca. 18 Uhr nach 530km auch bereits am Nürburgring ankommen.

Tja, was soll ich sagen, es standen viele tolle Autos da, aber die Supercars Rallye bekam bereits am Anfang einen faden Beigeschmack. Mettbrötchen, braunes kaltes Wasser (ich glaube es hieß Kaffee) und Teilnehmer mit Pickups, 0815-nicht-mal-als-Daily-Fahrzeugen und sogar solch seltenen Fahrzeugen wie einem Opel Corsa. Spricht ja absolut nichts dagegen, aber sind es Supercars? Als der Kaffee raus wollte gab es auch nur ein zentrales Klohäuschen, für mind. 1500 Leute.

Ok, kann nur besser werden. Da hatte ich den Kuchen entdeckt im Lambo-Design, der war klasse. Und es wurden Cannabis Energy Drinks verteilt, von denen habe ich mich den ganzen Tag ernährt.
Wir sind erst gegen 14 Uhr gestartet (waren somit bereits seit 6 Stunden anwesend), komischerweise ohne eine Teamvorstellung bzw. Messung der Geschwindigkeit am Start (Aufgabe im Roadbook).

Erstes Ziel war der McDonalds in Bielefeld, da sollte die erste Challenge stattfinden. Pappschachtel-Falten auf Zeit. Ich war verwundert dass niemand meine Zeit stoppte, denn ich war bereits fertig als meinem Copiloten die Schachtel ausgehändigt wurde. Hatte aber Hunger und keine Zeit mich zu beschweren. Die zwei(!) Chicken Nuggets zu Mittag habe ich genossen. Macht nix, ich hatte mich mit dem Cannabis Energy Drink zugedeckt.
Es ging weiter über die Autobahn nach Meinerzhagen zum 1/4 Meile Rennen. Wir wurden oft überholt, irgendwie hielt sich keiner an die 130 km/h Vorschrift des Veranstalters, vor allem nicht die stark vertretenen und übers Wochenende geliehenen AMG und M-Modelle.
Meinerzhagen ist mir in Erinnerung geblieben. Der Kommentator hatte zwar keine Ahnung von Autos, aber es war das erste 1/4 Meile Rennen mit der Z06. Der Jag musste dran glauben. Die gefahrene Zeit musste ich leider von meiner Dashcam ablesen, die echte Zeit haben wir nie erfahren. Auch nach mehrmaligen Nachfragen beim Veranstalter.
Nächstes Ziel war das ADAC Gelände in Recklinghausen. Slalomfahren war angesagt. Nach einer sehr langen Wartezeit in der Hitze(perfekt für die Motoren) ging es auf den Kurs. Nach ca. 20 Dashcam-Sekunden war es auch vorbei. Wieder keine Zeitnahme. Hmm, langsam wurde ich misstrauisch was den Gewinn der Uhr angeht. Da stand eigentlich bereits mein Name drauf.
Ok, ab zum Tankstop. Das war aber wirklich ein Verkehrschaos. Zwei Tanksäulen mit Superplus die geöffnet sind (nächstes Mal fahre ich mit meinem Diesel-Supecar, die Säule war frei) und ein Pächter der rumrennt und allen erzählt dass er eigentlich Samstag geschlossen hat. Da gabs keine Challenge glaube ich… obwohl doch, man hätte geschlossen im Team ankommen sollen. Glaube das hat aber keiner geschafft.

Weiter ging die Hatz Richtung „Alarm für Cobra 11“-Autobahn. Wir waren leider nicht so schlau und haben auf Facebook nicht gelesen dass die Strecke um 20 Uhr zumacht. Kein Problem, wir waren kurz vor 20 Uhr da, bekamen noch einen Schnelldurchlauf und ein paar Ladungen Cannabis Energy Drink.

Die vielen Autos die danach noch ankamen hatten Pech, sie konnten umdrehen und zum Endziel fahren. Somit wurden hier bereits sehr viele Leute verärgert. Wir starteten als Nummer 370+, nach uns kamen noch einige.
An der Nordschleife angekommen war die Willkommens-Party leider nicht mehr so gut besucht, verständlich wir hatten schon nach 21 Uhr. Laut Plan sollten die letzten eigentlich gegen 18 Uhr einlaufen.

Wir haben unser Quartier bezogen, haben den zugedröhnten Holländern im Ferienpark die Lautstärke unserer Fahrzeuge vorgeführt und waren dann gegen 23 Uhr auf der Cannonball Party. Es gab noch Resteessen und wir durften die Siegerehrung miterleben. Leider hat jemand anderes die Uhr mit „meinem“ Namen bekommen. Verständlich, es wurden ja nie Zeiten von mir gemessen (von keinem den ich gefragt habe). Alle Challenges die im Roadbook standen waren somit ein Witz. Wie kann jemand gewinnen wenn alle anderen keine faire Chance bekommen? Die Antwort liegt auf der Hand.
Nach der tollen Party durften wir uns mit ziemlich vielen Leuten um ein einziges Taxi prügeln. Kein Scherz, am Lindner Congress & Motorsport Hotel fuhr nur ein Taxi. Aber er kam alle 30-60 Minuten wieder.

Am Sonntag kam endlich mein Highlight, das erste mal Nordschleife überhaupt. So viele blinde Kurven, Wahnsinn. Die Zeit war nix, ich muss aber unbedingt wieder hin.

Fazit

Wenn ich ein Fazit ziehen müsste, waren die Rallye-Tage insgesamt ein Erlebnis für mich. Aber nur wegen der Leute, der Autos und der Mitfahrer. Es war einfach ein schöner Roadtrip.
Die Veranstaltung an sich werde ich wahrscheinlich nicht wieder besuchen, gleiches weiss ich von meinen Mitfahrern und vielen weiteren Teilnehmern die sich bei Facebook oder in diversen Foren teilweise ziemlich ausgelassen haben. Die Aufregung ist verständlich, bei einer Startgebühr von oft mehr als 1000 Euro.  Laut einigen Forenbeträgen hatten aber wenigestens die ersten 100 Teilnehmer wirklich was von der Rallye.
Insgesamt war der Veranstalter bemüht, das Ganze endete aber eher in einem Chaos. Es waren zu viele Fahrzeuge da, das Catering hat versagt, es wurde viel zu viel versprochen und die gefahrene Strecke war eher ein Marathon als eine gemütliche Rallye.
Weniger Teilnehmer, wenige gute Challenges wo man auch etwas Zeit verbringt und eine kürzere Strecke, dazu eine gute Verpflegung, das hätte absolut gereicht. Das Veranstaltung hat also Potential, die Umsetzung ist aber stark verbesserungswürdig.
Auch das Weihnachtspaket war keine Offenbarung. Ein Low-Budget Kalender mit semiprofessioneller Fotoqualität, eine Medaille, und einige DVDs. Leider wurde auch hier eher auf Quantität gesetzt. Und wie schon erwartet waren die eigenen Fahrzeuge bei den zig Stunden Videomaterial nur für wenige Sekunden im Bild.
In die letzte Folge der zuletzt ausgestrahlten Staffel „Alarm für Cobra 11“-Folge kam ich übrigens auch nicht. Da waren nur ausgewählte Fahrzeuge zu sehen an einer Location die ich an dem Tag nie gesehen habe.