Der getestete Ford Mustang 5.0 TI-VCT mit Automatik aus dem Jahr 2017 mit 421 PS wurde direkt nach der Zulassung auf ein Kompressorkit mit TÜV aus dem Hause Roush/Ford Performance von der Firma Asch Motorsport umgebaut.
Die Serien Leistungsentfaltung war mir persönlich als Fahrer von einigen sportlichen Fahrzeugen zu linear.
Jammern auf hohem Niveau, denn auch die Serienleistung kann sich natürlich sehen lassen.
Die Serienmässige GT Ausstattung ist für den EU Markt angepasst worden und bietet daher keine Tagfahrlichter in den Scheinwerfern und beschneidet „das Pony“ optisch etwas.

Interieur und Design
Der Innenraum ist typisch US 2017. Die Kunststoffe sind in den vergangen letzten Jahren deutlich hochwertiger geworden und die Verarbeitung hat einen Sprung nach vorne gemacht. Klimatisierte Ledersitze und ein doch recht dünnes Lederlenkrad mit Schaltwippen bieten etwas Komfort.
Man ist jedoch deutlich davon entfernt von hochwertiger Qualität zu sprechen. Die Plastik Abdeckungen sitzen nicht richtig an vielen Stellen. Das Handschuhfach klappert, der Dachhimmel knarzt. Die Spaltmaße außen sind immer noch ein absolutes Highlight. An vielen Stellen passt einfach gar nichts so wie man das von anderen Herstellern sonst gewohnt ist. Ich wurde zu Beginn oft darauf angesprochen, ob das Fahrzeug verunfallt sei und ich solle das beim Verkäufer reklamieren. Der Gesichtsausdruck der Gesprächspartner war dann immer fast unbezahlbar, als ich von dem Neufahrzeug berichtete. So etwas haben viele im deutschsprachigen Raum noch nicht erlebt. „Da ist ja mein Renault Clio besser verarbeitet.“ Vollkommen Richtig.

Motor / Getriebe
Als Motor ist ein 5.0 Liter V8 verbaut. Der Motor wurde von Asch Motorsport mit einem Kompressorkit veredelt. Eine von Asch entwickelte Klappenanlage rundet das Konzept ab. Das Aggregat leistet nun 630PS bei 710nm Drehmoment.

Das verbaute 6 Gang Automatik Getriebe wurde under License by ZF entwickelt. Heißt auf Deutsch: ein recht träges in die Jahre gekommenes Automatikgetriebe mit langen Schaltzeiten. Gedenksekunden sind an der Tagesordnung.

Das Getriebe hat seine Mühe und Not die 710nm über die Hinterachse auf die Straße zu bekommen. Schwarze Striche und ein tänzelndes Heck bei vollem Leistungsabruf sind die Folgen.

Der Kompressor hebt das Fahrzeug auf ein ganz anderes Level, die Leistung ist in fast jeder Situation brachial und immer abrufbar. Ein breites Grinsen bleibt da nicht aus. Der geübte Fahrer kann das KFZ auch sehr gut über die Rennstrecken dieser Welt bewegen. Der V8 brüllt herrlich aus der zweiflutigen Edelstahl Klappenanlage, die bei Bedarf auch ganz brav die Autobahn hinauf schweben kann, wenn man das möchte. Die Soundkulisse aus Motor, Kompressor und Abgasanlage ist ein wahres US-Konzert. Diese Mischung macht wirklich Spaß! – Ein weiterer Vorteil, man hört das Klappern der verbauten Plastikteile nicht mehr! 😉

Fahrwerk / Bremse
Serienmässig verbaut Ford in Verbindung mit den Goodyear Reifen und den schweren Alu Felgen eine Katastrophale Mischung. Bei Nässe ist das Fahrzeug bei fast jeder kleinen Unebenheit in der Kurve ausgebrochen. Die Straßenlage ist alles andere als sicher. Sehr Holprig, trifft das Setup am besten. Durch die Leistungssteigerung war sowieso ein anderes Setup gefragt. Michelin Pilot Sport S4 rundum 285/35 ZR20 auf OZ Leggera HLT Felgen mit einem einstellbaren KW Competition Fahrwerk. Die Firma Asch Motorsport hat durch die Entwicklung in Zusammenarbeit mit KW eine Kennung auf dem Fahrwerk. Die Abstimmung ist optimal.

Ich kann nur jedem Mustang Fahrer raten sich über mögliche Fahrwerksupgrades zu informieren. KW V1 und KW V3 mit besseren Reifen sind auch bezahlbare Optionen und können Leib und Leben retten, vor allem bei Nässe.

Die Bremse von Brembo überzeugt in jeder Lebenslage, die ein oder andere Runde auf dem Track ist damit auch möglich. Hierfür gibt es ein dickes Plus für den Mustang.

Fazit
Das US Pony ist kein Muscle Car, sondern ein Ponycar. Dieses Pony hat aber verdammt viel Muskeln und kann vor Kraft kaum laufen. Geil! Möchte man das 2018 noch haben? In Zeiten von Downsizing und Elektromobilität kaum vorstellbar. Aber doch, Ford macht es einfach. Der Nachfolger steht in den Startlöchern und bietet serienmässig noch mehr Leistung mit 10 Gang Automatik.
Dieses Fahrzeug macht richtig Spaß, hat die ganze männliche Anmutung, die man sich von einem 5 Liter V8 wünscht! Der Kompressor treibt alles auf die Spitze und macht beinahe ein Supercar aus dem Mustang. Das recht hohe Gewicht und die mangelhafte Verarbeitungsqualität verwährt dem Mustang die Bestnote. Preis/Leistung ist wirklich fast unschlagbar auf dem Markt zur aktuellen Zeit. Mit knapp 70.000€ Gesamtpreis für alle Umbauten und Serienfahrzeug bekommt man fast bei keinem Hersteller so viel im Paket. Die gute Tuningbasis mit vielen Hauseigenen fertigen Teilen bietet auf Jahre die Möglichkeit den Käufern Optionen zu lassen. Ford hat den Nerv der Käufer damit getroffen. Er möchte kein Porsche oder BMW sein, er ist ein Mustang!